Frei-Tanz-Wiesbaden

25 Okt, 2006

Frei-Tanz-Wiesbaden.de, Gesundheit, Musik, Bewegung, Glück und Tanz

— geschrieben von isatra @ 18:28

Musik findet sich in allen Kulturen, Musik entsteht im Gehirn, Ohne Gedächtnis gäbe es keine Musik, Musik hilft gegen schlechte Gefühle. Gedankensplitter aus den Gedankenblitzen Goethes.

" Ich höre, also bin ich", so überschrieb J.E.Behrendt sein Buch

Seit Menschengedenken gibt es Musik. Menschen, Kultur und Musik sind untrennbar miteinander verbunden.

Meiner Mutter sei Dank kam ich in den Genuss musikalischer Früherziehung. Nicht besonders lange, aber es reichte aus, um meinem Leben einen entscheidenden Impuls zu geben. Ich sang im Schulchor und war die Einzige in der Familie, die Sonntags früh aufstand um in die Kirche zugehen: um im Kirchenchor zu singen. Oft sang ich alle mir bekannten Lieder lauthals aus dem Badezimmerfenster. Es waren nicht wenige und die Nachbarn waren sicher mehr und weniger erfreut. Singen machte mir Spaß und auch die Blockflöte. Da spielte dann aber die Kürze der Früherziehung eine Rolle. Ich hatte die kritische Phase für das absolute Gehör wohl doch nicht ganz auschgeschöfpt. Der hörbare Unterschied zwischen g und f (hoffentlich stimmt das?!) blieb mir verborgen und ich fand keinen echten Spaß mehr daran weiterzulernen.

Musik berührt uns in unserem Innersten. Jüngst schrieb mir eine Freundin dazu: ".....die Musik rührte an das Schönste meiner Seele. Es war der reine Grund auf dem ich war. Es gab nichts mehr, was im Weg war, keine Widerstände und Kämpfe des Egos..."Wie kommt es, dass Musik so wirkt? Wie gelingt es Melodien und Rhythmen so machtvoll auf unsere Gefühle und unser Sein zu wirken?

Neuere hinrphysiologische Untersuchungen haben gezeigt, das Musik den Mandelkern, unser Angstzentrum abschaltet, oder runterdimmt. Allein das Hören von Musik hilft gegen Stress. Was Stress mit Angst und dem Mandelkern zu tun hat? Ganz einfach: es ist unser Neandertalerprogramm für die Begegnung mit dem Säbelzahntiger. Das aktiviert den Mandelkern-->macht Angst--> Stress, schaltet die Herztätigkeit, den Blutdruck, die Muskelleistung hoch und im Gehirn auf die bewährten Verhaltensweisen: fliehe oder kämpfe! Hilfreich bei Säbelzahntigern, weniger in unserem heutigen Alltag.

Überdies wirkt Musik auf und in dem Belohnungszentrum unseres Gehirns. Besonders, wenn sie neben vertrautem auch neues beinhaltet aktiviert sie es. So brauchen wir nicht mehr Schokolade um uns zu belohnen, wiel wir nicht mehr Rauchen oder zu Trinken ; )

Musik entsteht erst im Gehirn. Was wir genau hören ist damit auch individuell unterschiedlich. Es ist von unseren Erfahrungen abhängig. Dennoch gibt es auch Forschungsergebnisse, die besagen, dass (besonders Klassik) ganz grundlegende Emotionen, wie Freude, Trauer, Ärger oder Ruhe und Ausgeglichenheit hervorrrufen. Wir nehmen also musikalische Emotionen unabhängig vom musikalischen Erfahrungsschätz recht ähnlich und über längere Zeiträume hinweg konsistent wahr. Um welche dieser Emotionen es sich handelt ist abhängig vom Tongeschlecht (dur oder moll) und der Geschwindigkeit. Dur, schnell oder langsam ist für die uns angenehm erscheinenden Gefühle zuständig.

Musik aktiviert die Hirnbereiche, die für Emotionen zuständig sind. Musik hat die Macht uns glücklich zu machen. Besonders, wenn sie mit Bewegung und Gemeinschaft gekoppelt ist. Eine weit verbreitete Hypothese sagt, dass die ureigentlichste Bedeutung von Musik darin bestand, dan sozialen Zusammenhalt innerhalb von Gruppenzu fördern. Auch in der aktuellen Glücksforschung erkennt man die Bedeutung von Musik, Tanz und Gemeinschaft. Dazu gibt es einen ganz interessanten Beitrg im BBC über ein kleines Dorf in England, das wöchentlich miteinander tantzte und nicht nur glücklich, sondern auch besonders kreativ und produktiv wurde. (Dazu vielleicht mal in einem späteren Blog). Glück ist (ab einer bestimmten Grenze) unabhängig vom Bruttosozialprodukt, zum Glück!

Zum Frei-Tanz-Wiesbaden Projekt bin ich gekommen, wie die Mutter zum Kind: durch einen Mann. Und erst nach und nach entdecke ich den vollen Wert dieses Projektes. Dazu auch meine Gedanken in diesmen dem Blog. So begegnete ich auch meinem kleinenen singenden Mädchen wieder. Heute bin ich das nicht mehr, heute "weiß ich, wie es geht", dannoch wird sie mich sicher begleiten, wenn daran arbeite Räume zu schaffen, die dies ermöglichen.


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