warum macht man so ein Projekt?
Ursprünglich spielte dabei sicherlich auch mal eine plumpe Fehleinschätzung eine Rolle: "prima, da arbeitet man an dem Abend ein bisschen. Wenn alles aufgebaut ist, kann man selber tanzen, mit den Leuten sprechen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat und dann noch ein bisschen abbauen und gemütlich nach Hause ins Bett".
Die Realität sieht dann doch deutlich anders aus. Der Aufbau beginnt eigentlich schon immer am Freitag. Zwar nur mit einem Bruchteil, aber dennoch soviel Utensilien, die antransportiert und dankenswerter Weise schon untergestellt werden können, so dass am Samstag die vorhandenen Autos reichen. Wieviele das sind: inzwischen brauchen wir 4 - 5 ! Davon 2 Passats und zwei Packwunder Astras.
Dann der Aufbau am Samstag: 10Uhr Treff....super 9 Uhr aufstehen reicht, wird ja ein langer Tag! Pustekuchen, meist schon um kurz nach 6 Uhr raus und daheim alles zusammenpacken und aus dem kleinen Normalo-Kellerchen(dank K.s Organisationstalent passt alles rein) zu den Fahrzeugen schleppen. Das sind knapp 20 Klappkisten (voll), die 2 Anlagen bestehend aus 7 Boxen, Verstärker, 4 CD Player, allein vier Kisten nur mit Verlängerungskabeln und Steckdosen.
Gong und Paravant aus dem Wohnzimmer nicht vergessen, noch schnell einkaufen, damit alle die helfen was zu essen haben. Mist, doch wieder vergessen den Kaffee einzupacken, noch mal zurück, noch mal die Treppen...dann gibts heute einfach mal keinen Kaffee.
9.30 im Roncalli-Haus Schlüssel beim Pförtner abholen, alle Türen auf, "Wo sind den gleich wieder die Keile, um die Türen offen zu halten?"- "Hoffentlich haben die vom Roncalli-Haus dran gedacht auch die große Leiter rauszustellen und die Kühlschränke vorzukühlen"- "Die Vornutzer haben ihre 80 Stühlen stehen lassen, auch die Anzahl der Tische passt nicht, kleiner Zusatzjob" - "Oh je, nachher muss ich noch an die Kamera denken, damit wir ein paar neue Bilder für die Presse haben."
9.50 fertig und schon kommen die ersten Helfer...Lautes "Hallo" und schnelles "wie gehts denn" den Rest der Gespräche dann immer während des Arbeitens. Ein gemeinsames Kreis, in dem wir uns auf das vor uns Liegende konzentrieren, es uns im Ganzen vorstellen und das Resultat in Leichtigkeit visualisieren ..ab da läuft es dann, prima Stimmung. Autos ausräumen, die "Neuen" einweisen, auspacken, Deko und Technik im großen Saal und im Rondell aufbauen, parallel Küche einräumen, Kühlschränke beladen. 12 Uhr...wie die Zeit verfliegt. Nun wird es spannend: läuft die Technik? Nein, nicht auf Anhieb. Alle Fehler und Vorkommnisse, die man so haben kann, hatten wir doch schon,... aber nein, wir lernen durch Erleben ....
Blubb, der Verstärker macht keinen Muks mehr, Fein-Sicherung defekt ... oh je, welch ein Glück, es gibt einen Radiohändler, der hat so was, 1 Stück ein Euro, oh Mann, Preise wie auf dem Raritätenmarkt.
Also, wer geht los und holt das? Niemand mit dem Fahrrad da, also ein kleiner Fußmarsch. Erst danach kann man kleben....einige sprechen schon von Gaffa-Band-Allergie. Dieses besonders stabile Klebeband, das sofort zusammenbabbt inklusive der Finger, die man dazwischen hat, wenn man nicht total aufpasst. Also mühsam abgerissene Klebestreifen zusammenknäulen und wieder von vorne anfangen. Alles damit keiner unserer Gäste stolpert oder hängenbleibt, ..... verflixt mühselig. Allerdings eine prima Arbeit zu zweit, mit dem man mal eine längere Zeit zusammen schwätzen will.
Uff, schon nach 15Uhr, die Helferschar ist kleiner geworden, schnell alles abschließen, unter die Dusche, was Essen und noch mal eine kleine Ruhepause.
Dann wieder los. Mikroprobe, kurz den AufTAKT durchgehen, dann kommen schon die ersten Abendhelfer, ein lautes Hallo, wieder Einweisung, neue Einteilungen, weil x nicht kommen kann und und und und...... Dann auch schon den Sekt einschenken, die ersten Gäste kommen, die Hektik steigt, im Raum Lichter nachjustieren, Funktioniert die Anlage noch? Einlass, Stimmengeschwirre, der Gong zum AuftAKT.....30 Minuten eine andere Welt, in der Mitte des Raumes, im Ankommen und in dem was sich zeigen will....Immer wieder anders, vieles was sich entwickelt.....
medi-Tra-ja-Et öffnen. Nein, die Anlage spinnt, oh verflixt, warum gibt der Player die CD nicht wieder her .......
Am Ende wird alles gut. In beiden Räumen läuft die Musik, die Menschen tanzen. Ach je, nicht genug Klopapier bei den Frauen, Handtücher sind auch knapp. Wie war das mit dem Eintritt für Kinder?
Der Stadtdekan möchte den Verantwortlichen der Veranstaltung sprechen. Wieso kostet der Eintritt auch um 23 Uhr noch den vollen Preis. Der Korkenzieher ist abgebrochen. Wo ist das Spülmittel? Da hat sich jemand den Fuß umgeknickt, wo sind doch gleich die Kühlbeutel? Eines der Bändchen ist aufgegangen. Der eine CD-Player hängt.......
Zwischendrin mal ein schneller Tanz, nein geht nicht, nicht ganz schnell mußte noch geklärt werden, wer denn wo sein Auto hinstellen kann. Das Telefon: jemand hat seinen Schirm hängenlassen, ob er da ist und wo er denn abgeholt werden kann. Runter zum Pförtner. Prima, die frische Luft. Schnell zu den DJs, mal ein paar leisere Stücke, damit man die Klappen aufmachen kann, ohne dass die Nachbarn gleich mittanzen müssen. Die in unmittelbarer Nähe müssen nämlich Sonntag früh arbeiten ; ).
Sonntag Früh. Der Schlußkreis, gemeinsam in die Ruhe gehen. ...
Dann geht es wieder los. Alles wieder abbauen, alles, was an Deko in den Räumen ist, muss abgehängt, zusammengelegt, abgeräumt und verstaut, das Gaffa-Band wieder von den Leitungen entfernt werden. Die Lampen, die Gläser, die Blumen..einfach alles. In die Kisten, auf die Wagen, über den Aufzug (zum Glück!) in die Tiefgarage, zu den Autos.
2:15 Das Abnahmeprotokoll ist durchgegangen, die Fahrzeuge bis an den Rand beladen, Richtung nach Hause, aber noch lange nicht ins Bett. Alles ausladen und in den Keller stapeln. Am Ende der Kräfte gegen 4.30 auf der Couch....aufgedreht noch einen Schluck Sekt, fertig, Der Kopf schwirrt von Eindrücken. Der Körper schmerzt von der Anstrengung.
Um 8 dann doch wieder wach. Runter in den Keller, das Leergut zählen und wieder ins Auto packen zum Abgeben. Die Materialkisten durchgehen, so dass alles für den nächsten Einsatz passt. Abrechnung GEMA, Abendkasse, Getränke. Inzwischen ist es Mittag, kurz noch mal raus an die Luft, oder gleich schlafen? Morgen fängt die Woche wieder an.
Soweit dazu. Eigentlich reicht es schon, obgleich es nur ein kleiner Ausschnitt war. Aber es ist noch längst nicht alles. Von den zwei Stunden (pro Kopf) täglich (mindestens) zwischen den Veranstaltungen, Anfragen, ob den Raum nicht Mittags bis Abends noch eine andere Gruppe nutzen könnte wenn man eben gerade einen Buchführungfehler entdeckt hat und einzugrenzen sucht und ein guter Kunde eben mal schnell einen neues Konzept braucht ein anderes Mal.